

Aussagen des Mystikers Sant Rajinder Singh über den Frühling
Auf dem spirituellen Pfad ist der Meister der Bote aller Hoffnung und Freude, denn er gewährt die Verbindung mit dem Göttlichen. In der Gegenwart des Meisters erfährt man Freude und Glückseligkeit, was durch das Bild des Frühlings zum Ausdruck kommt. Der Frühling ist eine Jahreszeit, die uns wieder Hoffnung bringt. Die Blumen erwachen und erblühen, der Wind weht wieder sanft. Der Frühling ist also ein Symbol der Hoffnung, der Freude, der Liebe und Harmonie.
Und deshalb sagt Sant Darshan Singh:
"Frühling herrscht, wo der Geliebte geht."
Hier wird der Meister als Geliebter bezeichnet und die Seele als Liebende. Gott ist Liebe. Unsere Seele, die vom selben Wesen ist wie Gott, ist ebenfalls Liebe, und der Weg zurück zu Gott führt auch nur über die Liebe. Unsere Seele sucht den ewigen Geliebten, Gott. Der Meister ist der Katalysator für diese göttliche Liebe und weist uns den Weg.
In der Dichtung der Sufis wird der Meister ebenfalls Geliebter genannt, so wie es in diesem Vers von Sant Darshan Singh zum Ausdruck gebracht wird. Wohin der Geliebte auch geht, erblühen die herbstlichen Pfade. Er gewährt uns eine Verbindung mit dem Göttlichen in uns, und dies bringt Glück und Freude in unser Leben. Die Schönheit der Seele tritt wieder zutage. Unsere Seele, die seit Äonen von Gott getrennt ist, ist gefangen im Netz von Gemüt, Materie und Illusion. Sie ist verkümmert, sie ist zurückgezogen, so wie Pflanzen im Winter. Wenn nun der Meister kommt, erwacht für die Seele der Frühling, denn sie erhält Nahrung. Wir erhalten eine Verbindung mit dem göttlichen Licht und Klang. Und daher entsteht überall Freude und Glück, wo der Meister ist.
In den Schriften des Ostens gibt es den Ausspruch:
"Wo der Meister sitzt, entsteht ein Ort der Freude und des Glücks."
Dies bezieht sich auf einen ähnlichen Aspekt: In welche Richtung der Meister auch geht, was der Meister auch berührt - es entstehen Freude und Glück. Ein Heiliger erklärte einmal sehr schön den Unterschied zwischen dem Stein der Weisen und dem Meister. Der Stein der Weisen verwandelt alles, was er berührt, in Gold. Es besteht aber ein großer Unterschied zu einem vollkommenen Meister: Dieser verwandelt jeden, den er berührt, durch seine Gnade, durch seine Göttlichkeit in sich selbst; er macht alles göttlich. Darin liegt also die innere Schönheit des Meisters, über die dieser Vers spricht.
Wenn wir mit der Göttlichkeit in uns in Berührung kommen, erleben wir Freude und Glück. Wir erblühen von innen her, wir werden glücklicher, und nur dies zählt. Sant Darshan Singh sagte oft, dass Liebe ein Geheimnis ist - ein Geheimnis zwischen dem Liebenden und der Geliebten. Die Eindrücke, die wir im Äußeren aufnehmen, mögen unterschiedlich sein, doch die göttliche Liebe berührt uns tief im Inneren und dies bringt Freude und Glück in unser Leben.
